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Samstag, 30. Mai 2015

News & Faktencheck Mai 2015

30. Mai

Ein Buchladen, der mitten in Neuenhagen, aber abseits von Einkaufspassagen liegt, muss sich etwas Besonderes einfallen lassen. Mischa und Beate Klemm haben sich etwas einfallen lassen: ein Spezialfachgeschäft für regionale Literatur - die "Buchhandlung Brandenburg-Buch". Und um Interessenten die Anfahrt zu ersparen, betreiben sie ihren speziellen Buchhandel auch über den Internet-Shop "bb-buch.de". Nach Regionen geordnet kann man hier erfahren und natürlich auch kaufen, was so alles über Brandenburg publiziert wird. Es ist erstaunlich viel. Mischa Klemm möchte aber den traditionellen Handel nicht missen. "Mancher kommt von weit hier in unseren Laden, einfach um zu stöbern.
Das macht vor den Regalen eben doch mehr Spaß als am Bildschirm." Von Zeit zu Zeit werden Autoren zu Lesungen eingeladen. Am 30. Mai war terra press an der Reihe.  Aus dem Sortiment des Verlages wurde "Barnim - ein Wegbegleiter" ausgewählt. Immerhin sind es nur wenige Kilometer von Neuenhagen bis Altlandsberg, das zwar offiziell nicht zum Barnim gehört, in besagtem Reiseführer dennoch mit zwei Seiten bedacht ist. Gelesen wurden drei Auszüge aus dem Reisführer, die für die unterschiedlichen Genres stehen, die im Buch versammelt sind. Mischa Klemm moderierte eine anschließende Gesprächsrunde. Interessant für mich wurde es bei der Frage, ob die Reiseführer von terra press auch junge Leute ansprechen. Eine Buchhändlerin aus Berlin-Friedrichshain meinte, es sei ein falsches Vorurteil, wonach junge Leute nur noch im Internet unterwegs sind. Gerade in der Szene-Gegend, wo sich ihr Laden befindet, kommen junge Kunden, weil sie "das Haptische lieben". Das hört man gern. Buchhandlung Brandenburg-Buch, Speyerstraße 2 - 15366 Neuenhagen, Telefon 03342 / 205905 oder kontakt@bb-buch.de

16. Mai

Die erste Begegnung mit Kurt Mühlenhaupt hatte ich auf dem Friedhof. Der - vielleicht nicht berühmte, aber vielerorts bekannte - Maler war damals etwas mehr als drei Jahre tot. Auf dem Friedhof am Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg stieß ich auf vier Grabsteine, die der Künstler höchst persönlich und in dem ihm eigenen Stil gestaltet hatte. Sein eigener Grabstein inklusive. Nun endlich, sechs Jahre später, besuchte ich seine letzte Wirkungsstätte in Bergsdorf - ein paar Hügel gleich hinter Liebenberg.



Einen Vierseithof mit architektonischen Wurzeln im Barock und begrünten Innenhof hat Mühlenhaupt seit 1990 zu einem Refugium hergerichtet: mit Herrenhaus zur Straße, Atelier, Druckerei und einer riesigen Feldsteinscheune. Das Atelier sieht aus, als würde der Maler jeden Moment zurückkommen, um sein angefangenes Werk auf der Staffelei zu beenden. Im vorderein Teil des Ateliers gibt es Kaffee und Kuchen (zumindest an Wochenenden) sowie Bücher von Kurt Mühlenhaupt. Überall stehen die DuDu-Zwerge, im Garten wacht Donna Juana, die Eselin, und das Indianerschwein Lillifee wartet auf Kinder zum Spielen.

Der Stall ist zu einer großen Galerie ausgebaut, mit Bühne, auf der auch ein großes Sinfonieorchester Platz hätte.  Zur Zeit läuft dort eine Ausstellung mit Werken von Wolfgang Beltracchi, dem bekannten Kunstfälscher, der noch Anfang des Jahres in Haft saß. Die ausgestellten Bilder sind jedoch Neuschöpfungen und sie zeigen, dass Wolfgang Fischer (mit Künstername Beltracchi) mehr konnte als nur andere Maler nachahmen. Einige der Bilder stehen zum Verkauf und der Käufer muss wählen. ob er sich für das gleiche Geld eine Luxuslimusine zulegt oder einen ungefälschten Betracchi. Eine sehenswerte Ausstellung.


12. Mai

Zwischen zwei Loführerstreiks schnell mit der Bahn zur BUGA. Hinwärts mit dem RE 4 - keine Gefahr, denn O-Ton: "die ODEG beteiligt sich nicht an dem Streik". Vom Bahnhof Rathenow aus ging es nach zehn Minuten Wartezeit mit dem BUGA-Shuttle in die Stadt. Dort lief alles anders als erwartet, aber besser. Der Bus brachte uns nicht etwa zu einem der bekannten LAGA-Eingänge, sondern setzte uns an der Stadtschleuse ab. Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee auf der Terrasse am Alten Hafen. Direkt gegenüber die Kassen und Info-Stände zur BUGA. Durch die Bahnanreise zwei Euro beim Eintritt gespart. Dann führte der Weg hinauf auf den Weinberg. Wir kannten ihn von der Recherche für den Reiseführer. Wie hatte er sich verwandelt! Bunt ist er geworden (die Frühblüher waren noch in vollem Saft), aufgräumt und in einen phantasievollen Park verwandelt. Das war eine totale Überraschung. Vom Weinberg aus windet sich eine neue Fußgängerbrücke über Kleingartengelände zum hinteren Teil des Optik-Parks, dem Gelände der LAGA von 2006.


Noch in vielen Jahren wird sie eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges sein. Der Optik-Park kommt allen, die ihn schon gesehen haben, bekannt vor. Wir haben uns hier nicht lange aufgehalten, um den Zug nach Premnitz zu bekommen.  Wer glaubt, er könne sich Premnitz im persönlichen BUGA-Prgramm sparen, der macht einen Fehler. Premnitz ist der einzige der 5 BUGA-Orte, an dem sich die Havel in ihrer ganzen Natürlichkeit zeigt. Havelland pur.



7. Mai

Man gibt als Dienstleister, der ein Verlag nun einmal -ist, ungern zu, nicht lieferfähig zu sein. In den ersten Maitagen war es aber wirklich so: Die BUGA-Auflage von "Havelland. Ein Wegbegleiter" war bis zum letzten Exemplar ausverkauft. Eine Auflagenzahl, die in der Regel für ein ganzes Jahr reicht und die diesmal für die sechs BUGA-Monate reichen sollte, war nur sechs Wochen nach Erscheinen raus. Zum Glück hatten wir als Partner eine Druckerei, die unser Problem zu ihrem machte und bereits nach wenigen Tagen den Nachdruck lieferte. Wir können wieder liefern! 4. Mai Plötzlich standen sie vor der Tür: 20.000 mal "Potsdam. der illustrierte Stadtführer" mit dem eigens entwickelten Patentfalz. Der Stadtrundgang und die Parkbeschreibungen samt der dazugehörigen Detailpläne wurden aktualisiert. Dies ist die elfte (oder zwölfte?) Auflage.   3. Mai "Die Schweize werden immer kleiner, und so gibt es nicht bloß mehr eine Märkische, sondern bereits auch eine Ruppiner Schweiz, der es übrigens, wenn man ein freundlich-aufmerksames Auge mitbringt, weder an Schönheit noch an unterscheidenden Zügen fehlt. Sie besitzt beides in ihrem Wasserreichtum. Während Freienwalde dieses Schmuckes beinah völlig entbehrt und Buckow, den großen See zu seinen Füßen abgerechnet, nur zwei kleine Edelsteine von allerdings reinstem Wasser aufweist, sind Fluß und See das eigentliche Lebenselement der Ruppiner Schweiz." Wer Fontane nicht glauben mag, der fahre von der Straße zwischen Neuruppin und Rheinsberg mehrmals rechts ab - nach  Stendenitz, zur Boltenmühle und nach Binenwalde. Die engen Straßen jedenfalls bieten ein paar Steigungen und Abfahrten, die eine Gangschaltung am Fahrrad zur Wohltat machen. Am Ende der Straße wartet immer ein See.  Am Ortseingang von Binenwalde stehen zwei einfache Holzbänke am Rand einer Kuhweide. Von hier hat man einen prächtigen Blick über den den Ort und den von Wäldern eingerahmten Kalksee - oder ist es der Vierwaldstätter See?  Die Statue der "Schönen Sabine" verwirrt: Der Kopf scheint etwas zu groß geraten, und sollte sie sich wirklich barbusig dem jungen Fritz gezeigt haben?  Wem der Parzifal am Seeufer von Neuruppin zu groß ist, der besuche  Netzeband. Dort steht vor der Temnitzkirche der kleine Bruder, gerade einmal mannshoch. Und wenig beeindruckend. Als wir im Ort waren, bereitete die Freiwillige Feuerwehr ihr Jahresfest in der Kirche vor. Übrigens: Auf der Fahrt in die Ruppiner Schweiz wollten wir in Nassenheide 'mal nach den Kamelen schauen. Sie wurden von drei Hofhunden lautstarkt bewacht. Das war es dann. Aber ein Stück weiter, in Herzberg, gab es Kremmener Spargel zu kaufen. Wir haben ihn probiert und waren sehr angetan. Wetten, dass er in wenigen Jahren kein Geheimtipp mehr ist?

2. Mai

Die Berliner Zeitung bringt einen Leserbrief zu einem bereits eine Woche zuvor veröffentlichten Artikel über die Jahresversammlung der deutschen Bahnhofsbuchhändler: "Den Bahnhofbuchhandlungen geht es schlecht! Mir kommen die Tränen. Man müsse sich künftig mehr auf den Konsumenten konzentrieren. Wie das aussehen kann, zeigt der wiedereröffnete Zeitungsladen im Bahnhof Friedrichstraße: Ein ganzer, großer Tisch voller Pornos (Bücher). Aber während alle Welt von der BUGA an der Havel spricht, findet sie dort nicht statt. Kein BUGA-Führer, nichts. Und das 45 Fahrminuten von der BUGA entfernt. Als ich dort nach einem Potsdam-Stadtführer fragte: Fehlanzeige. Eine Führer durch Kuala Lumpur hätte ich gleich mitnehmen können. Bahnhofsbuchhändler - nehmt Eure Scheuklappen ab! J. Nölte, Berlin-Woltersdorf" Dem ist nichts hinzuzufügen.

30. April

Der Tag sollte eigentlich eine erste eigene Begegnung mit der BUGA in Brandenburg an der Havel bringen. Die Nachricht vom Streik der Beschäftigten im dortigen ÖPNV sprach für eine Verschiebung.   

29. April

Sonderbar, die Statistik deses Blogs zeigt an, dass niemand die Seite mit den Lösungen des Fragespiels "Schlaumachen zur Fastenzeit" besucht hat. Die Fragen hatten mehrere hundert Besucher. Sollten die Fragen so leicht gewesen sein, dass es keiner Lösungen bedurfte? Mal sehen, wie es beim neuen Fragespiel "Schlaumachen - auf ein Neues" läuft.

28. April

Die Post brachte uns einen sehr freundlichen Brief von Dieter Hütte ins Haus, dem Geschäftsführer der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB). Er beglückwunscht uns zum gelungenen Havelland-Reiseführer und wünscht ihm eine weite Verbreitung im Interesse des Brandenburg-Tourismus. Wie sehr seine Wünsche schon ein Stück weit in Erfüllung gegangen sind, konnten wir ihm in der Antwort mitteilen: Die Auflage, die eigentlich für den gesamten BUGA-Zeitraum geplant war, war bereits zwei Wochen nach dem BUGA-Start ausverkauft. Nun warten wir auf den Nachdruck. 

28. April

zibb, das Vorabendmagazin vom rbb stellte am Montag als "Stargast des Abends", Claas Fischer, den Autor unserer Neuerscheinung "Bäume in Potsdam. Ein Begleiter durch Parks und Geschichte", vor. Er war der sympathische und engagierte Naturtyp, dem man glaubte, dass ihn keine Frage der hübschen Moderatorin aus der Ruhe bringen konnte. Man hörte ihm gern zu, wie er begründete, weshalb Bäume in Potsdam ein ganzes Buch wert sind. In Einspielungen zeigte er sich als kundiger "Baumflüsterer" in verschiedenen Potsdamer Parks. Nur schade, dass keiner von beiden in dem Buch blätterte, um den Zuschauern einen Eindruck von den vortrefflichen Fotos von Frank Gyßling zu geben. Sie machen immerhin die Hälfte des Buches aus sprechen für seinen Wert.

22. April

4 von möglichen 5 "k" vergab rbb-Kulturradio am 21. April an "Havelland.  Ein Wegbegleiter". Fazit der Rezension: "Havelland und BUGA machen hier gemeinsame Sache und der Besucher, egal ob mit dem Fahrrad, Kanu, zu Fuß oder per Bahn bzw. Auto, kann bestens davon profitieren." Die gesamte Rezension kann man nachlesen und und den dazugehörigen Beitrag nachhören

20. April

Ist das nicht verwirrend? "Havelland" und "Havelregion".

Und - häufig gefragt - ist das nicht das Gleiche? Ist es nicht. Der Begriff Havelregion wird aktuell für das Gebiet benutzt, in dem sich 2015 die fünf BUGA-Standorte befinden. Das sind 80 Kilometer Havelverlauf zwischen Brandenburg an der Havel und Havelberg (dazwischen Premnitz, Rathenow und Stölln). Das Havelland dagegen ist viel mehr. Dazu gehört der gesamte Havelverlauf vom westlichen Berlin, durch Potsdam, an Werder (Havel) und Ketzin vorbei nach Brandenburg an der Havel und dann weiter durch die BUGA-"Havelregion". Zum touristischen Reisegebiet Havelland gehören aber auch die Landschaften zwischen Havel und Fläming, entlang des Rhin und rund um Nauen. 

19. April 2015

So liest sich das bei amazon am 18. 4., 18.45 Uhr, einen Tag nach der BUGA-Eröffnung

Havelland. Ein Wegbegleiter

Produktinformation

14. April

Wenige Tage vor der BUGA-Eröffnung

Wir freuen uns über einen netten Brief von Jochen Sandner, dem Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft. Er ist der Meinung, dass dem Verlag ein guter Reiseführer über das Havelland gelungen ist. Heute hat die Tourismus Marketing Brandenburg den Havelland-Wegbegleiter in ihrem Newsletter vorgestellt.

12. April 2015

Das Fernsehen war da

Titelgrafik des Heimatjournals
Er durfte seine Angler-Karte aus unserem Verlag voll aufklappen und dem Reporter zeigen, wie akribisch er dort die Fischvorkommen in der Oder eingezeichnet hat - Stephan Höferer, der Menn mit den ganz dicken Welsen (was er den Fernsehzuschauern mit einem Privatvideo auch beweist). Nun warten wir ab, ob ein Fernsehbeitrag die Kauflust der Angler anregt. 

10. April 2015

Erst mal antesten

Ein Buchladen in der Hansestadt Havelberg interessiert sich für unseren Wegbegleiter durch das Havelland. Immerhin ist die Stadt darin mit 7 Seiten vertreten, einschließlich nützlicher Orientierungen zur BUGA. Man bestellt erst einmal ein Exemplar, "um das Buch zu prüfen". Ob man wohl mit "Fifty Shades of Grey" ähnlich verfahren ist? Übrigens: Aus Rathenow gab es für uns bereits die zweite Nachbestellung, aus Premnitz die erste. An jenem Tag stand unser Havelland-Reiseführer in der amazon-Verkaufsranglist auf Platz 12.901. Deutlich besser, als jede andere zur BUGA herausgegebene Publikation.
 

9. April 2015

Das Fernsehen kommt! Fernseh-Alarm am Oderufer. Der "Märkischen Oderzeitung" sind die Dreharbeiten des rbb-Heimatjournal-Teams einen Aufmacher auf der Lokalseite wert. Und wer ist dabei? Unser Sachverständiger für Natur. Die Zeitung schreibt: "Direkt am Oderufer werden die Fernsehleute von Brandenburgs 'Anglerpapst' Stephan Höferer erwartet. Der Mann aus Neubrück bei Müllrose (Oder-Spree) entwirft Karten, die Petrijüngern die besten Stellen für den Fischfang entlang der Oder verraten. Für Ulli Zelle hat der Autor für Fachmagazine seine Angler-Karte "Oder - Ratzdorf bis Lebus" dabei." Wir werden am Samstag um 19 Uhr sehen, was die Schnittmeisterin von Stephan übrig gelassen hat.

7. April 2015

Eins fehlte noch

Der Osterausflug führte zu „Brandenburgs vergessenem Königsschloss“ in Kossenblatt. Dorthin flüchtete sich der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., wenn ihn die Gicht peinigte. Um seine Schmerzen zu betäuben, betätigte er sich dort als Hobby-Maler. Einige seiner Bilder können im Schloss Königs Wusterhausen besichtigt werden. Das Barockschloss Kossenblatt befindet sich heute in Privatbesitz und ist verriegelt. Bei romantischer Stimmung könnte man es als "verwunschenes Märchenschloss" bezeichnen, bei weniger Romantik als ein Schatz, der langsam verkommt. Alles ist so, wie es Günter de Bruyn in seinem 2014 erschienenen Buch "Kossenblatt" im Kapitel "Abschied" beschreibt. Wenn von den Hohenzollern-Schlössern in Brandenburg die Rede ist, sollte es dennoch nicht fehlen.

Sonntag, 29. März 2015

News & Faktencheck März 2015

29. März 2015

Das Havelland im Rhein-Main-Gebiet

Die Hörer des Info-Radios vom Hessischen Rundfunk konnten sich ins Havelland hineinhören. Ein halbe Stunde lang kam die Kunde von einem seltsamen Fluss hoch oben im Nordosten der Republik über die Radios. Da wird über einen bevorstehenden Blütenrausch berichtet, einer, der schon einmal da war (ich), erzählt von seinen Erfahrungen, ein Kenner der Natur lässt tief blicken. Sogar ein Gedicht wird vorgetragen. Endlich mal nicht Amazonas oder Orinoko. Glückwunsch zu soviel gelungener Exotik! 

28. März 2015

Kein Verständnis

Seit 1863 standen die Kulissenbilder mit Darstellungen der Passion vom Heiligen Grab in einer Abstellkammer des Klosters Neuzelle. Zwei von ihnen sind seit dem 21. März wieder ins rechte Licht gerückt und wie in einem Himmlischen Theater in einem neuen Museum auf dem Klostergelände zu sehen. Also nichts wie hin. Es sollte am Sonnabend nach der Eröffnung sein. Dass die die RB 11 nur bis Eisenhüttenstadt fuhr und sich ein Ersatzverkehr mit Bussen anschloss, war hinzunehmen, weil nicht außergewöhnlich. In der Tat außergewöhnlich war allerdings ein roter Zettel an der Pforte zur großen Stiftskirche. Darauf bedankte sich jemand für mein Verständnis, dass das "märksiche Barockwunder" eben mal geschlossen ist. Keiner der Besucher, die dort an der Pforte rüttelten, wolle allerdings Verständnis dafür aufbringen, dass a) an einem Sonnabend und b) wenige Tage nach Eröffnung des neues Museums die Kirche so gereinigt wird, dass nicht einmal ein kurzer Blick möglich ist.

24. März 2015

Am Telefon

15.20 Uhr kam der Anruf vom Hessischen Rundfunk und los ging es mit einer Frage- Antwort-Runde über 20 Minuten zum Thema "Havelland". Wer einen Reiseführer schreibt sollte Ahnung haben. Mein Geheimtipp? Brandenburg an der Havel als Touristenstadt. Ich fand mich mutig. Sendung demnächst.

18. März 2015

Da geht noch was!

Heute steht die 2. Auflage unseres Wegbegleiters durch das Havelland auf der amazon-Bestseller-Liste auf Platz 4.075, in der Kategorie "Reiseführer/ Deutschland" auf dem Verkaufsrang 12 und in der Katgegorie "Sport allgemein" auf Rang 84. Das ist schon Bundesliga! Vergleiche siehe weiter unten im Faktencheck.

17. März 2015

Was sagt man dazu?

Heute steht die 2. Auflage unseres Wegbegleiters durch das Havelland in der Kategorie Reiseführer/ Deutschland auf dem Verkaufsrang 33. Das ist schon Bundesliga!

BUGA-Standort Premnitz

14. März 2015

"Eine Frage der Moral"

Beim Lesen in der Reisebeilage der Berliner Zeitung kam mir noch einmal eine Zahl in den Sinn, die während des Seminars am 6. März über Tourismusmobilität (siehe dazu weiter unten) zwischen Berlin und Brandenburg genannt wurde: 10 von 100 Berlinern fahren nie nach Brandenburg. Der Zeitungsartikel in der Wochenendausgabe vom 14./15. 3. hatte die Überschrift "Eine Frage der Moral" und ließ Experten darüber zu Wort kommen,  ob man Länder bereisen soll, die von einem "autoritären Regime" geführt werden. Als Beispiele werden genannt China, Vietnam, die Emirate, Marokko, Kuba, Iran, Myanmar, Nordkorea und Simbabwe. Nicht genannt werden die Türkei, die Dominikanische Republik, Syrien, Libyen, Irak, Afghanistan, Nigeria, Angola, Sudan, Saudi Arabien. Also alles in Ordnung? Ob die Anwendung der Todesstrafe bereits ein Ausschlusskriterium ist, ging aus dem Artikel nicht hervor. Folglich sah der Verfasser wohl bei Reisen in die USA keine Probleme. Und bei Griechenlad ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es von einigen Reisejournalisten im Reich des Bösen angesiedelt wird.

Nun aber zu den Brandenburg-Totalverweigerern. Könnte es sein, dass zumindest ein Teil von ihnen politisch-moralische Erwägungen antreiben? Gilt nicht Brandenburg vielen (West)-Deutschen als die "kleine DDR"? Wird nicht Brandenburg von einer rot-tiefroten Koalition autoritär verwaltet? Besteht nicht auch hier (wie in der Berliner Zeitung angeführt) die Gefahr, dass der Sonnenstuhl neben einer Gefängnismauer zu stehen kommt? Verweigert hier nicht ein ehemaliger Ministerpräsident den Boykott von Russkij Standard? Vielleicht haben die 10 Prozent Berliner die Zeichen der Zeit erkannt, für die es eine Frage der Moral ist, um Brandenburg einen Bogen zu machen. Die Berliner Zeitung weist den Weg durch das Gewirr von Gut und Böse. So einfach kann die Welt sein.

Der brandenburgische Landtag: kein demokratischer Abgeordneter weit und breit zu sehen

12. März 2015

"Die 9 als Billignummer"

Während in Leipzig die Buchmesse zum Branchentreff ruft, hebt im Feuilleton des "Neuen Deutschland" jemand zum Schlag gegen die Erbsenzähler auf dem Buchmarkt aus: "Seit einiger Zeit hat der Glaube an die Billignummer 9 eine Branche erfasst, die dagegen immun schien... Irgendwann fiel es einem noch unbekannten Erfinder ein, Bücher für einen Preis zu verkaufen, der mit zwei Neunen endet. Das machte Schule..." Gerade die großen Verlage sind es, die ihre Produkte mit einem Preis versehen, der äußerlich dem des Benzins an der Tankstelle, dem Joghurtbecher im Kühlregal und der Zahlbürste im Drogeriemarkt zum Verwechseln ähnlich sieht. Der Witz ist: Die Verwechslungsgefahr ist kein dummer Zufall, sondern bewusstes Kalkül. Da Bücher immer häufiger an der Tankstelle und in der Grabbelkiste der Supermärkte angeboten werden, rückt auch die Preisbildung näher aneinander. Dorthin, wo es kuschlig wird. "Kann ich mir Fifty Shades of Grey noch leisten oder nehm ich doch lieber ein Kilo Bananen?"

Bei unseren Neuerscheinungen standen wir auch vor der Frage: Wie bisher 14,80 oder - dem Trend folgend - 14,99 Euro. Das sind bei 1500 verkauften Exemplaren nach Abzug der Mehrwertsteuer und der üblichen Händlerprovision 144 Euro mehr in der Kasse. Rund gerechnet. Und was steht diesem Gewinn gegenüber? Ein Verlust an Glaubwürdigkeit der Ware Buch. Das Signal des Verlegers, die Erbsenzählerei über alles zu stellen, wenn es sein muss, auch über Inhalte. Letztlich Sogar die Missachtung der Privilegien, die das Kulturgut Buch gerade noch genießen: die Preisbindung und der verminderte Mehrwertsteuersatz. In den ....,99 wird der vorauseilende Gehorsam gegenüber den Kaufgewohnheiten bei Aldi, Lidl, Penny & Co. deutlich. 

Alles aus einer Hand: Klamotten, Bücher und vieles mehr

11. März 2015

Verlagsarbeit ist Schwerstarbeit

„Ihr habt aber viele Pakete zur Zeit“, meinte unsere eifrige Paket-Postbotin dieser Tage, als sie wieder einmal ihre Sackkarre so voll gepackt hatte, dass sie kaum über den Paketberg hinwegschauen konnte. Stimmt. Aber bevor wir viel versenden können, müssen wir selbst erst einmal anpacken und sie per Hand-zu-Hand-Kette vom LKW in den Keller holen. Innerhalb einer einzigen Wochen waren das die 2. Auflage von „Havelland. Ein Wegbegleiter“, die Neuauflage von „Potsdamer Bäume“ und die Havelland-Ausgabe der „Ferienzeitung“. Mit einem großen Schwall kommt die Papierflut ins Haus und tröpfelweise verlässt sie es wieder. Damit schwindet dann auch der Muskelkater.

 7. März 2015

Unterwegs auf der ITB

Die Internationale Tourismusbörse war auch in diesem Jahr eine gute Möglichkeit, alte Bekannte auch ohne Terminvereinbarung zu treffen. Vier Mitarbeiter von Terra Press waren an zwei Tagen vor allem auf dem Brandenburg-Stand in Halle 11 der Reisemesse unterwegs. Freudig war das Wiedersehen vor allem mit jenen Touristikern, die man durch die wilden Anfangsjahre begleiten durfte und die noch nach über zwei Jahrzehnten am Ball sind. Es wäre glatt uncharmant, hier Namen zu nennen, denn es handelt sich zum großen Teil um Frauen. Erwähnt seien jene, mit denen - mehr oder weniger ausführlich - über den Fortgang von Projekten gesprochen werden konnte: Frau Rußig aus dem Seenland Oder-Spree, Herr Kraus aus dem Ruppiner Seenland, Herr Neumann aus der Prignitz, Frau Faber-Schmidt von Kulturland Brandenburg…  Die ITB bot aber auch Gelegenheit, neue Akteure kennenzulernen. So haben wir Herrn Menzel viel Erfolg bei der touristischen Vermarktung der Reiseregion Fläming gewünscht. 

Beim Betreten des Brandenburg-Standes kam mir ein Werbespruch in den Sinn, der abgewandelt lautet: Wir stecken nichts in die Werbung, aber alles in die… ja, was denn? Ich erinnerte mich an Brandenburg-Präsentationen, da hatte jedes Reisegebiet einen eigenen Stand. Sie überschütteten die Besucher mit einer Flut von Eindrücken für Auge, Ohr, Nase, Zunge. Mittendrin Potsdam und sein Weltkulturerbe. Diesmal standen die freundlichen Damen und Herren an kleinen Countern und vertrauten tapfer der Zugkraft des Namens ihrer Heimatregion. Ich bin mir sicher, dass diese Bescheidenheit dem Interesse der Besucher am Reiseziel Brandenburg keinen Abbruch getan hat. Als alter Bekannter konnte man sich Understatement leisten.


ITB mit Aha-Effekten

Die ITB ist nicht nur Messe, sondern auch Informationsbörse, und wenn es optimal läuft des Informationsaustauschs. Die u.a. auf Quellmarktanalysen spezialisierte Consultingagentur dwif stellt am 6. 3. ihre Abschluss-Studie zur Tourismusmobilität der Berliner Bevölkerung nach Brandenburg vor. Eine solche Untersuchung wird gemeinsam von der Tourismus Marketing Brandenburg und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg in Auftrag gegeben. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass für Brandenburg die Metropole Berlin nun einmal der Quellmarkt Nr. 1 ist. Mit Abstand. Die Consulter sollten klären, mit welchen Verkehrsmitteln die Berliner ins Brandenburgische kommen, welche Rolle dabei der ÖPNV spielt und wo noch Steigerungspotenziale gesehen werden.

Aha-Effkt Nr. 1: Man hat es ja geahnt, aber jetzt hat es die Erhebung nach fast 1500 Telefonbefragungen bestätigt: Die Berliner sind die Auto-Muffel der Nation. Während im bundesdeutschen Durchschnitt gerade einmal 18% der Haushalte kein Auto besitzen, sind es in Berlin über 40%. Ist es dann noch eine Überraschung, dass es vor allem die jungen Berliner sind, die auf ein Auto verzichten? Bevor wir aber der Jugend ein umweltbewusstes, auf Nachhaltigkeit orientiertes Leben bescheinigen, sollten wir daran erinnern, dass Berlin über ein Nahverkehrssystem verfügt, das selbst weltweit nur von wenigen Städten getoppt wird. Mir fällt zum Beispiel keine europäische Hauptstadt ein, in der die Regionalzüge mitten durch die City fahren und deren Schienenwege sich an einem Punkt kreuzen. Dazu ein eng vernetztes System von S-, U- und Straßenbahnen sowie Bussen. Kaum eine S-oder U-Bahn-Station, die nicht auch Umsteigemöglichkeiten bietet. Da fällt es leicht, sie vernünftig zu verhalten und auf das Auto zu verzichten. Und wer nicht ganz verzichten will, der vermeidet mittels Car-Sharing die Anschaffung eines eigenen Wagens. Fazit der Studie: Die Berliner sind ÖPNV-affin.

Aha-Effekt Nr. 2: Bei den Befragungen haben 9 von 10 Berlinern eingeräumt, Ausflüge und Reisen nach Brandenburg zu unternehmen. Die Gründe der Brandenburg-Muffel für ihre Abstinenz waren ebenso vielfältig wie nicht einleuchtend. Immerhin finden fast ein Drittel aller Tagesfahrten von Berlin nach Brandenburg mit Verkehrsmitteln des ÖPNV statt. Leider differenziert diese Studie nicht zwischen der näheren Umgebung Berlins (dem "Speckgürtel", der teilweise sogar im 20-Minuten-Takt mit der S-Bahn erreichbar ist) und den ferneren Zielen, die ja gut und gerne 200 km entfernt sein können (und wohin nur alle zwei Stunden ein Zug fährt - wie in die uckermärkische Hauptstadt Prenzlau). So erzeugen bei mir zwei Zahlen Schulterzucken: Für Fahrten nach Potsdam werden der Studie zufolge öffentliche Verkehrsmittel zu 48% genutzt, aber in die Lausitz (einschl. Spreewald, Elbe-Elster-Land du Lausitzer Seenland) 55%. Kaum zu glauben, wenn man einerseits die vielfache Anbindung Potsdams an den Berliner ÖPNV sowie die schwierige Parksituation in der Landeshauptstadt bedenkt und andererseits das dünne ÖPNV-Angebot in Südbrandenburg vor Augen hat.

Aha-Effekt Nr. 3: Gefragt wurde auch nach dem Informationsverhalten vor und während der Reise. Die Zahlen sind für einen Verlag, der vorwiegend von Printmedien lebt, ermutigend. Zwar ist im Vorfeld des Brandenburg-Aufenthaltes das Internet mit 51% die wichtigste Informationsquelle, aber die Medien TV, Radio, Zeitschrift, Zeitung, Buch (Reiseliteratur und -führer für sich allein 16%) bringen es zusammen auf 55%. Die Berichte von Verwandten und Freunden machen dabei 41% aus. Materialien der Zielregion fallen mit 11% nur gering ins Gewicht. Während des Aufenthaltes ändern sich diese Zahlen deutlich: Das Internet sackt auf 14% und die Broschüren und Flyer der örtlichen Touristinformationen beherrschen die Szene mit 39%. Reisführer halten immer noch tapfer bei 11%. Diese Zahlen machen deutlich, dass die Produkte aus dem Hause Terra Press vor allem bei der Reiseplanung eine Rolle spielen. 

Aha-Affekt Nr. 4: Traue nur der Statistik, die du selbst… Welche Vorteile bietet der ÖPNV für den Ausflug nach Brandenburg? Thema Schnelligkeit. Allgemein wird die Geschwindigkeit des öffentlichen Verkehrs gegenüber dem Individualverkehr unterschätzt - das heißt, die Fahrzeiten werden - so die Studie - bis zu 45% höher geschätzt, als sie tatsächlich sind. Aber was heißt das schon, wenn der Zug nur alle zwei Stunden fährt? Die damit erforderliche Zeitplanung ist eine nicht zu unterschätzende Unbequemlichkeit. Bei diesem Beispiel zeigt sich die Problematik, Brandenburg als eine statische Größe zu bewerten. Je näher ein Ziel an Berlin ist und damit je höher die Taktfrequenz im ÖPNV, umso höher ist die zu erreichende Geschwindigkeit. Und umgekehrt. Dass der ÖPNV dennoch kräftig unterschätzt wird, ist allerdings eine Tatsache. Da betrifft die Reisenden ebenso wie die Gastgeber. Auf diesem Gebiet geschieht derzeit allerdings mehr, als die Studie herausgefunden hat.

Aha-Effekt Nr. 5: Ich hab bei der Präsentation der Studie über die Tourismusmobilität der Berliner in Richtung Brandenburg viele interessante und manchmal auch verblüffende Zahlen gehört. Daraus konkrete Schlussfolgerungen zu ziehen, war offenbar nicht Aufgabe der Studie. Dass vorhandene Potenziale nicht ausgeschöpft sind, ist ein abschließender Hinweis, der keinen Wagemut erfordert. Im Saal saßen Vertreter aus den Reisegebieten. Es wäre interessant gewesen zu hören, welche Potenziale bei ihnen noch schlummern. Vor allem aber, wie sie gehoben werden können. Auf die Organisation des ÖPNV in ihrer Region haben sie jedenfalls so gut wie keinen Einfluss. Überhaupt: Welche Rolle spielt der Tourismus bei der Bestellung der Verkehre in Berlin und Brandenburg? Wann ist eine Buslinie im Land touristisch relevant (meiner Meinung nach muss sie an allen Tagen in der Woche mindestens im 2-Stunden-Takt verkehren, davon gibt es viel)? Wie entwickelt sich die Fahrradmitnahme? Wie rechnen sich die Touristenlinien und wie können sie finanziell gestemmt werden? Das größte vorhandene Potenzial wurde nur am Rande erwähnt: die einheitliche Verkehrsregion im Quell- und Zielgebiet. Das gibt es so nicht noch einmal in Deutschland. Da sind Tarifangebote möglich wie das Berlin-Brandenburg-Ticket, das 65+-Abo, die Tageskarte für das Gesamtgebiet. Das sind riesige Flächen, die da abgedeckt werden, mit einem gewaltigen Mobilitätsangebot. Dazu gibt es Initiativen wie die freie Fahrt mit der Kurkarte rund um Bad Saarow. Oder das kostenlose ABC-Ticket für Gäste in Mitgliedshotels des Tourismusverbandes Potsdam. Damit kommt man bis Berlin. Fazit: Erbsenzählerei kann Spaß machen, muss aber letztlich zu einem schmackhaften Gericht führen. 

amazon.de - Verkaufsränge von Brandenburg-Reiseführern am 24. 3. 2015

EDITION TERRA
"Uckermark. EinWegbegleiter" 229.084
"Havelland. Ein Wegbegleiter" 12.380
"Havelland. Ein Wegbegleiter" Ebook 161.760
"Barnim. Ein Wegbegleiter" 245.796
andere Verlage
Brandenburg - Reisetaschenbuch 32.138
Brandenburg/ Potsdam, Havelland, Spreewald 134.454
Brandenburg - Unterwegs zwischen Elbe und Oder 334.536
Brandenburg mit dem Rad 227.179